Das Bilderbuch

Während fünf Wochen habe ich mich mit dem Thema Kinderbuchillustration beschäftigt. Was macht ein gutes Kinderbuch aus?

Kurz gefasst: eine starke Charakterfigur, Emotionen und einen einzigartigen Stil.

Im MATS Kinderbuchillustrationskurs wurde uns alles rund ums Bilderbuch beigebracht, von der Illustration, über den Umgang mit Verlagshäusern und die Präsentation auf der Buchmesse. Wir bekamen so viele Informationen, dass ich noch gar nicht alles in meine Übung packen konnte.

Hier möchte ich kurz vorstellen, was ich gelernt habe, wenn man ein Kinderbuch illustrieren möchte.

Die Charakterfigur

Jedes Kinderbuch braucht eine starke Charakterfigur, die durch das Buch hindurchführt. Diese sollte einzigartig und glaubwürdig sein. Es ist jedoch egal, ob es sich um eine menschliche Figur, ein Tier oder einen lebendig gewordenen Gegenstand handelt. Ganz wichtig dabei ist, dass die Figur Emotionen zeigen kann. Dies einerseits durch verschiedene Gesichtszüge aber auch durch die Körperhaltung.

 

Meine Herangehensweise: Frühe Skizzenstadien auf der Suche nach der Hauptfigur

 

Ich habe festgestelllt, dass Emotionen gerade in Kinderbüchern auch gerne stark übertrieben gezeichnet werden können. Meistens kommen dann die Figuren drollig und witzig daher, sie werden nahbar und man kann mit ihnen mitfühlen, was sie wiederum sympathisch macht.

Um den Charakter weiter speziell zu machen, helfen Accessoires. Diese können sehr ausgefallen und originell sein und verleihen der Figur ihre Einzigartigkeit und Wiedererkennbarkeit.

Damit der Hauptcharakter in verschiedenen Szenen eingesetzt werden kann, sollten allerlei Posen und Perspektiven getestet werden.

 

Austesten von verschiedenen Gesichtsausdrücken und Posen.

 

 

Da mir die erste Variante der Figur zu komplex erschien, habe ich sie vereinfacht und an ihr erneut verschiedene Posen und Emotionen getestet.

 

 

Andere Figuren sind dazugekommen und interagieren mit der Hauptfigur.

Die Umgebung

Bei der Umgebungszeichnung wird eine ganze Welt rund um die Figur gezeigt. Es können ganze Landschaften und Städte gezeigt werden oder nur ein Sofa oder Strassenabschnitt. Farben und Formen spielen eine grosse Rolle. Ausserdem kann man auch mit verschiedenen Perspektiven spielen und entscheiden, wie nah (gross) oder fern (klein) die Dinge in der Umgebung sein sollen. Eine gute Bildkomposition zu machen und Spannung ins Bild zu bringen ist eine Kunst für sich. Beim Kinderbuch ist jedoch immer auch darauf zu achten, dass Raum vorhanden bleibt für den Buchtext.

Ein Umgebungsbild wurde erstellt. Hier die dramatischste Szene im Buch, die vor allem durch die Farben symbolisieren soll: Der karibische Vogel landet in einer fremden Welt.

Und sonst?

Natürlich ist in einem Kinderbuch die ganze Dramaturgie von grosser Wichtigkeit. Wie wird eine Geschichte aufgebaut, damit sie von Anfang bis zum Schluss den Leser oder Betrachter fesselt? Was für ein Bildrhythmus wird gewählt? Immer mit gleich grossen und gleichartigen Bildern zu arbeiten, wird für den Betrachter schnell langweilig und im Nu ist das Buch durchgeblättert. Auch ruhige und actionreiche Bilder sollten sich abwechseln. In welchem Verhältnis stehen Bild und Text? Was erzählt das Bild, was der Text nicht erzählt und umgekehrt?

Es ist spannend, was alles in einem anscheinend so einfachen Produkt steckt. Es können Monate vergehen, bis ein spannendes Bilderbuch steht.

Für mich hat sich der Einblick in die Welt der Kinderbücher definitiv gelohnt. Spannend finde ich es nun, in nächster Zeit einen Blick auf ein etwas älteres Kinderpublikum zu werfen. Im Moment sind Sachbilderbücher sehr im Trend. Die Mischung zwischen Wissensvermittlung und visueller Unterhaltung klingt enorm spannend.

 

Und zum Schluss noch eine Skizze, wie das Cover aussehen könnte.

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